Plastik sammeln und trotzdem nicht recht wissen, wohin damit. Diesen Moment kennst du sicher. Der Joghurtbecher, die Milchpackung, die Folie vom Magazin, alles Kunststoff, und trotzdem landet es am Ende meistens im normalen Kehricht. Genau da setzt Recybag an. Es ist ein Sammelsack, den du zuhause füllst und danach wieder abgeben kannst, damit aus deinem Plastikabfall neues Material wird statt Asche in der Kehrichtverbrennung.
In diesem Beitrag schaue ich mir das Angebot von Recybag genau an: was reinkommt, was es kostet, wo du den Sack kaufst und wieder abgibst, und was eigentlich mit dem gesammelten Material passiert.
Meine Abfallsituation
Inhaltsverzeichnis
Seit Jahren können wir den Karton Magerquark-Becher trennen und beide Grundmaterialien: Plastik und Karton getrennt von einander entsorgen. Doch in Bolken (meinem vorherigen Wohnort) konnte ich diesen nicht getrennt voneinander entsorgen. Wir mussten jeweils, neben dem «teuren», grauen Abfallsack auch noch Etiketten dazu kaufen um den Abfall zu entsorgen. Unter anderem, dank meiner glutenfreien Ernährung, hatten wir sehr viel Plastikabfall. Dieser hat vor allem die unmögliche Eigenschaft, dass sie sehr viel Platz im Abfallsack benötigt. So haben wir, zu fünft, pro Woche gut einen bis zwei Abfallsäcke entsorgt.

Mittlerweile wohne ich allein in Solothurn und ich kann endlich meinen Plastik-Abfall getrennt entsorgen. Das macht extrem etwas aus, ich wohne nun seit April alleine und habe in der Zeit (ausgenommen vom Umzugsmüll) knapp zwei Abfallsäcke zur Strasse runter tragen müssen. Im Solothurn-Blog habe ich übrigens den praktischen Abfallkalender der Stadt Solothurn digitalisiert, wer Lust hat kann ihn hier runterladen.
Praktischerweise hab ich hier, im Hause eine separate Tonne für den Papierabfall. Auch wenn das ein klein wenig traurig ist, so muss ich die typischen Schweizer Papier-Bündel nicht mehr selbst schnüren. Und der Karton wird einmal im Monat bei uns abgeholt, für mich ist das gerade passend, mit all den Paketen die mich so erreichen sammelt sich da in den 30 Tagen schon einiges an.
Eine grüne Tonne für den Essensabfall haben wir auch am Haus. Wer hier im Blog fleissig mitliesst, weiss, dass ich hier für mich eine andere Lösung gefunden habe.
Am besten merkst du dir den Testbericht zum Dreame SF25 schon mal vor und liesst ihn nach diesem Beitrag.

Was ist Recybag überhaupt
Recybag ist ein Sammelsack für gebrauchte Plastikverpackungen und Getränkekartons. Die Idee dahinter ist so simpel wie überfällig: Statt für jede Verpackungsart eine eigene Sammlung, wirfst du Kunststoff und Getränkekartons zusammen in einen einzigen Sack. Beides darf ungewaschen rein, du musst also nicht jeden Becher noch extra ausspülen.
Hinter Recybag steht die Organisation RecyPac, ein Zusammenschluss aus Detailhandel und Industrie mit dem Ziel, in der Schweiz eine schweizweite Kreislaufwirtschaft für Plastikverpackungen und Getränkekartons aufzubauen. Migros, Coop, Denner, Aldi, Lidl und weitere ziehen hier am gleichen Strick. Der Recybag löst dabei die bisherigen Einzelsäcke von Coop und Migros ab und vereinheitlicht das Ganze zu einem System.

Was darf in den Recybag
Das ist der Teil, der im Alltag am meisten bringt, weil du hier nicht mehr überlegen musst. In den Recybag gehören:
- Getränkekartons wie Milch-, Eistee- oder Fruchtsaftpackungen, also der klassische Tetra Pak
- Plastikflaschen von Kosmetik, Reinigungs- und Waschmitteln
- Becher, Schalen und Tuben, zum Beispiel vom Joghurt oder von Lebensmitteln
- Plastiksäcke, Folien und Beutel von Lebensmitteln und anderen Produkten
Kurz gesagt: der grösste Teil vom Verpackungskunststoff, der bei einem Haushalt so anfällt. Beide Abfallarten dürfen in denselben Sack, und zwar ohne Auswaschen. Das senkt die Hürde enorm, weil Recycling im Alltag genau dann funktioniert, wenn es keinen zusätzlichen Aufwand macht.


Was es kostet
Der Recybag gibt es in mehreren Grössen, und der Preis ist im Sack schon inbegriffen. Du zahlst also einmal beim Kauf und musst bei der Rückgabe nichts mehr berappen.
- 17 Liter für rund 1.00 Franken
- 35 Liter für rund 1.60 Franken
- 60 Liter für rund 2.40 Franken
- 110 Liter für grössere Haushalte
Eine Rolle mit zehn 35-Liter-Säcken kostet rund 16 Franken. Der Preis deckt die Sammlung, den Transport und die Verwertung ab. Man kann darüber streiten, ob das teuer oder fair ist, aber im Vergleich zu einer offiziellen Kehrichtsackgebühr bewegt es sich in einem ähnlichen Rahmen.
Wo du den Sack kaufst und wieder abgibst

Kaufen kannst du den Recybag bei den beteiligten Detailhändlern, je nach Region bei Coop, Migros, Denner, Spar und weiteren. Den vollen Sack gibst du danach an einer wachsenden Zahl von Rückgabestellen ab: in vielen Filialen, bei Sammelstellen der Gemeinden und auf Entsorgungshöfen.
Weil das Netz laufend wächst, lohnt sich der Blick auf die offizielle Karte unter map.recybag.ch. Dort siehst du für deinen Ort, wo du kaufen und wo du abgeben kannst. Gerade weil das System noch im Aufbau ist, kann sich hier von Monat zu Monat etwas ändern.


Abholung bequem von zuhause
Ein spannender Zusatz, den es zum Beispiel in der Stadt St. Gallen gibt: Dort kannst du den vollen Recybag direkt zuhause abholen lassen. Das läuft über ein Recycling-Abo, die Abholung erfolgt mit Elektrofahrzeugen, je nach Abo alle zwei bis vier Wochen. Für alle, die keine Sammelstelle um die Ecke haben oder kein Auto, ist das ein echter Vorteil. Ob es das auch bei dir gibt, hängt von der Gemeinde ab.
Was mit dem Plastik passiert
Hier wird es ehrlich gesagt am interessantesten, und auch am meisten diskutiert. Das gesammelte Material geht in spezielle Anlagen, wird sortiert, nach Kunststoffart getrennt und zu Granulat verarbeitet. Aus diesem Granulat entstehen dann wieder neue Plastikverpackungen.
Der Haken: Die Sortierung passiert derzeit noch in Österreich, weil es in der Schweiz aktuell keine geeigneten Sortieranlagen gibt. Genau das ist der Punkt, an dem sich die Geister scheiden. Die einen sagen, immerhin wird das Material verwertet statt verbrannt. Die anderen fragen, wie ökologisch der Transport ins Ausland wirklich ist. Beides hat seine Berechtigung, und es lohnt sich, das im Hinterkopf zu behalten, bevor man Recybag als die grosse Lösung feiert oder als Etikettenschwindel abtut.

Der Ausbau geht weiter
Recybag ist kein fertiges System, sondern eines im Wachstum. Gestartet in einzelnen Städten wie Zürich, Horgen und Basel, kommen laufend neue Gemeinden und Kantone dazu. Anfang 2025 haben die ersten Städte das System eingeführt, und RecyPac meldet regelmässig, dass wieder mehrere Hunderttausend Menschen neu Zugang zur Sammlung bekommen. Das Ziel bleibt eine landesweite Lösung, bei der du überall in der Schweiz gleich sammelst und abgibst.
Fazit zum RecyBag
Kaufen kann ich die Säcke bei mir im lokalen Coop oder auch im nah gelegenen Denner-Discounter.
Zurückgeben, aktuell nur im Coop, den erreiche ich mit meinem Segway Ninebot Max G3 innert wenigen Minuten und kann ihn somit schnell zurückbringen.

Ich freu mich, endlich auch Plastik getrennt sammeln zu können. Dadurch spare ich so viel Abfallsäcke. Ist das finanziell auch ein Ersparnis? Würde ich die gleich grossen Säcke kaufen, nein, ich habe mir aber beim RecyBag nur die 17 Liter Säcke geholt um diese voll zu bekommen brauche ich zwei, bis drei Wochen. Um meinen Abfallsack, einen 35 Liter, zu füllen brauche ich drei bis vier Wochen. Das liegt aber vor allem daran, dass ich noch immer das eine oder andere vom Umzug her entsorge. In der Zukunft wird er mir wahrscheinlich sogar länger halten. Somit nein, sparen tue ich vom Sack-Preis nicht wirklich etwas, aber ich habe ein gutes Gewissen. Es ist schön zu wissen, dass mein Plastik_Abfall, welchen ich verursache wiederverwendet werden kann.
Häufige Fragen zum Recybag (FAQ)
Was kostet ein Recybag?
Der Preis ist im Sack schon inbegriffen, du zahlst also nur einmal beim Kauf und bei der Rückgabe nichts mehr. Der 17-Liter-Sack kostet rund CHF 1.-, der 35-Liter-Sack rund CHF 1.60 und der 60-Liter-Sack rund CHF 2.40. Eine Rolle mit zehn 35-Liter-Säcken liegt bei etwa 16 Franken.
Was darf in den Recybag rein?
Getränkekartons wie Milch-, Eistee- und Fruchtsaftpackungen, Plastikflaschen von Kosmetik und Reinigungsmitteln, Becher, Schalen, Tuben sowie Plastiksäcke und Folien. Kurz: der grösste Teil vom Verpackungskunststoff aus dem Haushalt.
Was gehört nicht in den Recybag?
Kein Karton, kein Glas, kein Metall und keine PET-Getränkeflaschen, denn die haben ihre eigene Sammlung. Auch stark verschmutzte Verpackungen mit Essensresten oder Verpackungen von Gefahrenstoffen gehören nicht rein. Im Zweifel hilft der Aufdruck auf dem Sack oder die FAQ auf recybag.ch weiter.
Muss ich die Verpackungen vorher auswaschen?
Nein. Plastik und Getränkekartons dürfen ungewaschen und zusammen in denselben Sack. Löffelrein reicht, du musst also nichts extra spülen.
Was passiert mit dem gesammelten Plastik?
Das Material wird sortiert, nach Kunststoffart getrennt und zu Granulat verarbeitet, aus dem wieder neue Verpackungen entstehen. Die Sortierung passiert aktuell noch in Österreich, weil es in der Schweiz dafür noch keine geeigneten Anlagen gibt.
Ist der Recybag wirklich nachhaltig?
Das wird diskutiert. Für die Verwertung spricht, dass der Kunststoff im Kreislauf bleibt statt verbrannt zu werden. Kritisch gesehen wird der Transport der Sortierung ins Ausland. Beide Punkte haben ihre Berechtigung, eine pauschale Antwort gibt es nicht.

